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Zurück ins patagonische Argentinien: Monströse Gletscher und eine Menge Wind

Über den winzigen Passo Roballos fahren wir erneut nach Argentinien hinein. Die Piste dahin scheint sich im Nichts zu verlaufen. Sowohl der chilenische als auch der argentinische Grenzübergang ähneln mehr einer kleinen Berghütte als einer stattlichen Grenzstation. Im Gegensatz zu den Chilenen sind die Argentinier entspannt was die Lebensmittel bei der Einreise angeht. Der Zöllner wollte nur aus reiner Neugier einen kurzen Blick in Shujaa’s Innere werfen.

Kaum in Argentinien wird es schlagartig trockener und der Wind nimmt zu. Innerhalb weniger Kilometer haben wir die liebliche und üppige chilenische Kaltregenwald-Vegetation hinter uns gelassen und das karge und herbe Argentinien hat uns zurück.

Am nächsten Morgen bemerken wir am Seeufer an unserem Stellplatz Flamingos – ein tolles Bild mit den frisch verschneiten Bergen im Hintergrund. Uns war nicht klar, dass sich in dieser rauen und eher kalten Gegend Flamingos aufhalten. Irgendwie haben wir sie immer in wärmeren Gefilden verortet.

Nach so viel Natur ist mal Kultur angesagt: wir fahren zu den Cuevas de los Manos – die größte Ansammlung von Felsmalereien in Südamerika und über 13.000 Jahre alt. Das grüne Flusstal zwischen den großen felsigen Bergen, die Höhlen und die Gegend drum herum hat eine besondere Mystik. Karin sagt, sie kann es sich vorstellen, dass hier die Menschen seit Urzeiten gerne lebten.

Danach geht es entlang der Ruta 40 weiter gen Süden zu den Bergen aller Berge in Südamerika – dem Fitz Roy und dem Cerro Torre. An beiden Bergen wandern wir im Rahmen von wunderschönen Tageswanderungen heran. Von meiner ursprünglich geplanten Idee, einer mehrtägigen Trecking-Tour um beide Berge über das größte zusammenhängende kontinentale Eisfeld unserer Erde, dem südlichen patagonischen Eisfeld, nehme ich wieder Abstand. Denn nachdem ich erfahre, dass viele Touren aufgrund von plötzlichen Wetterumbrüchen und insbesondere Stürmen über mehrere Tage auf dem Gletscher „festsitzen“, ist mir das dann doch zu unsicher. (Anmerkung Karin: Unbedingt den Kuchen bei Mathilde in El Chalten probieren – sensationell).

Weiter geht es über Calafate zum Perito Moreno Gletscher. Zwar sicher eine der touristischsten Hauptattraktionen Argentiniens und tausendfach auf Fotos gesehen, aber sobald wir davor standen sind auch wir seiner Faszination verfallen. Es ist wahrlich kaum auf einem Foto festhaltbar. Mit einer Abbruchkante zum Lago Argentino von über 70 Meter Höhe und 5 km Länge bleibt einem zunächst einmal der Mund offen stehen. Beeindruckend ist auch die große Nähe an die man an den Gletscher über bestens angelegte Wege herangelangt. Auch die Geräusche des arbeitenden und interessanterweise immer noch wachsenden Gletschers sind außergewöhnlich: er stöhnt und ächzt, alle paar Sekunden bricht irgendwo ein Eisstück unter lautem Getöse ab. Und wenn man Glück hat, sieht man eine besonders große Eisspitze in den Lago stürzen. Karin’s Geduld hat sich gleich mehrmals bewährt und wir konnten einen großen „Kracher“ auch noch fotographisch toll festhalten.

Auch Shujoo – unser Quad – kam zum ersten Mal zum Einsatz. Aus nicht nachvollziehbaren Gründen hat man uns am Parkeingang mit Shujaa nicht reingelassen: erst waren wir zu groß, nach unserem Hinweis auf die passierenden, viel größeren Reisbusse gab es plötzlich ein entsprechendes Gesetz etc. Wir packten dann eben einfach unseren Zweitwagen aus und das Problem war gelöst.

Karin hat sich an einem freien Tag der Videobearbeitung gewidmet. In diesem Bereich sind wir noch Anfänger, möchten es jedoch im Rahmen unserer Reise gerne lernen. Deshalb fangen wir mal langsam an. Es gibt deshalb eine neue Rubrik auf der Website: Videos. Dort haben wir ein erstes Video zu dem Thema Fahr- und Straßenimpressionen abgelegt.

8 Kommentare

  1. bin jetzt endlich mal am Stück dazugekokmen alle Berichte zu lesen und Fotos anzuschauen (hat hier das ganze Wochenende gegraupelt und gewindet – Glühwein und PC!)

    Und mir bleibt der Mund offen: WOW!!! Und nochmals wow! Wie schön ist das denn? Mega!
    Danke fürs teilen!

    Wie schon gesagt: Ihr lebt meinen Traum! (sind an Pfingsten in Peru auf dem Slakanty-Trail nach Machu Piccchu – leider nur 2 Wochen)
    Passt auf Euch auf – und: alles aufsaugen!
    Silke

    1. Hallo Silke,

      schön, dass es Dir gefällt und dass Du Dir alles angeschaut hast. Ich hoffe es kommt noch mehr. 😉 Und Euch auch viel Spaß in Peru. Und: Einfach machen!

      Liebe Grüße
      Karin

  2. Hallo Ihr beiden,

    das sind ja weiterhin absolut außergewöhnliche Eindrücke- es macht so viel Spaß, Eure Reise auf diesem Weg mit zu verfolgen und nachzuvollziehen. Super Idee mit dem Video, das macht es zusätzlich sehr lebendig. Habt weiterhin eine tolle Zeit und insbesondere einen großartigen nächsten Dienstag 🙂

    Kiki

    1. Hey Du Fleissige, danke nochmals. Wir freuen uns sehr über Deine Kommentare!

  3. Tolle Berichte, Fotos und jetzt auch noch Videos!!!! Fast mittendrin statt nur dabei 😉

    1. Hallo Olaf,
      das ist ja schön, dass Du uns verfolgst. Danke Dir!
      Liebe Grüße
      Karin

  4. Danke für diesen neuen Bericht. Es scheint so, dass ihr nun etwas langsamer unterwegs seid. Das wäre gut, denn ihr seid ja nicht auf der Flucht :-). Und das Video ist doch ein schöner Anfang. Freuen uns auf mehr.
    Grüsse aus der Schweiz
    Christian & Sybil / Benny_goes_overland.ch

    1. Hi Christian,
      schön, dass Ihr uns hier folgt, das freut uns. Na ja, an sich sind wir schneller unterwegs als geplant, aber ehrlich gesagt empfinden wir es nicht als schnell.Wir hatten zu keiner Zeit das Gefühl, dass wir zu schnell oder zu viel fahren oder zu wenig sehen. Ich denke für dieses Gebiet ist es gut so. Vielleicht wird es langsamer, wenn man in wärmere Gefilde kommt 😉 Das mit dem Video müssen wir noch üben, da gibt es ja grandiose Beispiele in der Community, aber das Lernen macht ja auch Spaß!
      Liebe Grüße
      Karin & Oliver

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