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Torres del Paine: Beeindruckendes Bergmassiv

Nach zwei ruhigen Tagen am Lago Roca in der Nähe des Perito Moreno Gletschers und einem tollen Asado auf einer seit über 100 Jahren existierenden Estancia geht es 350 km gen Süden zu einem weiteren Highlight der patagonischen Anden: dem Torres del Paine.

Es windet extrem, ich muss mich voll konzentrieren Shujaa auf der Straße zu halten, und der Benzinverbrauch schnellt hoch auf 50 Liter/100 km im Gegenwind, ein Verbrauch den wir sonst nur im tiefsandigen Gelände haben. Von Osten fahren wir auf das imposante Torre del Paine Massiv zu – manchmal wird es mit den drei Zinnen in den Dolomiten vergleichen – aber nach Umrundung beider Berggruppen erachte ich die Torres del Paine als deutlich imposanter.

Wir machen zwei lange Tageswanderungen und haben viel Glück mit dem Wetter, so dass wir traumhafte Fotos machen können. Die Sicht von den Miradores (Aussichtspunkten) aus sind oft phänomenal. Eine solche landschaftliche Vielfalt haben wir noch nie erlebt. Seen in den unterschiedlichsten Farben -blau, grau, braun, türkis, azur-, Berge mit bizarren Formen, Gletscher in riesigen Ausmaßen, Wälder im schönsten Grün und Eisschollen auf einem See in Form eines Sahnehäubchens. Ein Regenbogen über alldem bekommen wir noch obendrauf dazu.

Bei einer Wanderung muss Karin 20 m vor dem felsigen und ungeschützten Gipfel leider umkehren, weil der Wind sie partout nicht weiter lässt. Oliver wird auch mehrfach zu Boden gerissen. Dieser bläst ungehindert über die südliche patagonische Eisplatte direkt auf unseren angestrebten Aussichtspunkt zu. Sie ärgert sich verständlicherweise sehr, aber ihr Leben ist ihr dann doch wichtiger.

Ähnlich wie in dem von uns zuvor besuchten Fitz Roy Massiv gibt es aber auch hier viele Touristen aus allen Teilen der Welt – alleine auf den Wanderungen ist man leider nur sehr selten. Unser großer Vorteil ist, dass wir mit Shujaa übernachten können wo und wann wir wollen und daher morgens und abends an sehr schönen Stellen völlig alleine sind und so den Menschen etwas aus dem Weg gehen können.

Beeindruckend ist neben der Tatsache, dass die Gletscher und die gefühlt hochalpine Bergwelt sich quasi „nur“ auf Meereshöhe befinden, auch der sehr schnelle Wetterumschwung: gerade noch eine Art Föhnsturm mit 24°C und ein paar Stunden später gibt es Schneeregen bei 3° C.

Mit vielen tollen Erlebnissen verlassen wir nach mehreren Wochen die patagonischen Anden und fahren Richtung Feuerland – der südlichsten Region unserer Weltreise.

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