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Te Pito o Te Henua (Der Nabel der Welt) und ein wahres Paradies – die Osterinsel

Nachdem wir Shujaa direkt am Airport Santiago de Chile geparkt haben und eine Nacht dort wegen des frühen Abfluges geschlafen haben, geht es auf den fünfstündigen Flug gen Westen. Die Osterinsel ist mit 3.000 km der am weitesten von anderen menschlichen Besiedlungen entfernte Platz dieser Erde und der nächste Flughafen kommt erst nach 4.000 km. Bekannt sind die Osterinseln wegen ihrer riesigen Felsstatuen – den Moais – und der Mystik, welche um den Hintergrund der Entstehung, aber auch um den Niedergang dieses Ahnenkultes entstanden ist. Ab dem 18. Jahrhundert wurden alle unter unvorstellbaren Mühen transportierten und aufgestellten Moais auf dieser kleinen Insel aus bisher nicht völlig geklärten Gründen ausnahmslos umgestoßen, so dass alle heutzutage stehende Moais in komplexer archäologischer Restaurationsarbeit wieder aufgerichtet werden mussten. Die Insel beherbergt über 1.000 solcher Statuen und nur 40 sind restauriert.

Schon die Ankunft am Flughafen macht klar – man ist in einer anderen Welt: kein Terminal, kein Gepäckband und nur maximal ein Flieger pro Tag. Obwohl die Osterinseln zu Chile gehören, fühlen sie sich kulturell aufgrund ihrer Abstammung zu Polynesien hingezogen (welches aber genauso weit entfernt ist wie Chile). Das merkt man sofort an den Menschen und an der extrem chilligen Stimmung. Wir waren schon an vielen entspannten Plätzen auf dieser Welt, aber so relaxed, freundlich, aber trotzdem stolz und kulturverbunden haben wir noch keine Einheimischen angetroffen. Bei den horrenden Preisen insbesondere für die An-/Abreise (ein Flug auf die Osterinseln kostet deutlich mehr als ein Flug von Europa nach Südamerika) gibt es Gott sei Dank keinen Massentourismus an diesem Traumplatz – die überschaubare Anzahl an Touristen fährt mit Quad, Motorrad, Jeep oder Mountainbike über die Insel und nimmt schnell ebenfalls diesen chilligen Lifestyle an. Überall laufen wilde Pferde und Kühe umher und man muss aufpassen, dass man kein Tier umfährt. Die Einwohner sind extrem natur- und insbesondere meeresverbunden, den ganzen Tag und insbesondere abends geht ein Großteil der Bevölkerung ins Meer zum Baden – liefert doch das Meer auf dieser ansonsten sehr ressourcenarmen Insel unbegrenzte Nahrungsressourcen. Natürlich kann man exzellent Fisch essen und gute chilenische Weine gibt es auch.

Obwohl wir in vier Tagen fast alle Plätze mit umgestoßenen sowie aufgerichteten Moais erkundet haben, jeden Vulkankrater und jede Höhle besucht haben und die Landschaft faszinierend und wirklich auf dieser Welt einzigartig sind, so sind es doch letztendlich die Menschen, ihre Lebensweise und ihre Kultur die uns diese kleine Insel mitten im Süd-Pazifik als ein „wahres Paradies auf Erden“ erscheinen lässt. Mit viel Wehmut reisen wir wieder ab, denn wir wollen Shujaa beim Airport-Parking nicht zu lange auf uns warten lassen.

4 Kommentare

  1. Ihr Lieben, die entspannte Atmosphäre ist Euch anzusehen, Ihr seht sehr glücklich und relaxt aus! Und wieder einmal absolut traumhafte Bilder, mit denen ihr jeden Foto-Wettbewerb sofort gewinnen würdet. Wir freuen uns immer mit Euch über Eure so eindrucksvollen Reiseerlebnisse. Den Bericht aus der Lagune haben wir natürlich auch mit großem Interesse gelesen und können gut nachvollziehen, dass das schwierige Tage waren. Aber gottseidank liegt das inzwischen alles hinter Euch. Passt weiter gut auf Euch auf und seid lieb gegrüßt aus der Heimat, K&M

    1. Liebe Kiki,
      nicht immer sind wir so entspannt, wie auf den Fotos. In den wirklich stressigen Situationen vergessen wir den Fotoapparat. Trotzdem ist eine gewisse Entspanntheit und Freude am Reisen sicher nicht zu leugnen. Es geht uns einfach gut. Danke Dir für Deine lieben Kommentare, die wir immer sehr gerne lesen.
      Dicke Umarmung
      Karin & Oliver

  2. Danke für die Auffrischung meiner Erinnerungen. Ich habe es auch so empfunden und es ist gut, dass es sich kaum verändert hat! Noch weiter viele Erlebnisse an denen wir gerne teilnehmen

    1. Helmut, Du warst wirklich schon überall … 😉 Das ist schön zu hören, wenn es meistens auf der Welt ja umgekehrt ist. Z. B. Bali heute und vor 20 Jahren, nicht wieder zu erkennen.

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