2018ChileLandschaftenSüdamerika

Von Santiago über das Valle de Elqui zum Paso Aqua Negra

Nach Rückkehr von den traumhaften Osterinseln holt uns zunächst einmal die Reiserealität wieder ein: unser Miele Kühlschrank (obwohl netto noch nicht einmal 1 Jahr gelaufen) kühlt nicht mehr. Wir verbringen zwei stressige Tage damit, einen neuen passenden Einbaukühlschrank zu organisieren. Es gibt auch in Santiago de Chile so gut wie keine Auswahl an passenden Modellen, so dass wir wieder bei Miele landen. Glück im Unglück: Santiago ist der einzige Standort in ganz Südamerika wo es eine Miele-Niederlassung gibt und es ist sogar ein von den Abmessungen passendes Modell auf Lager. Bei der Montage durch einen Miele Techniker müssen wir leider feststellen, dass „passend“ durchaus bedeuten kann, dass der Neue 3 cm mehr Tiefe und 2 cm mehr Breite haben kann – bei einem Einbaukühlschrank in einem Expeditionsmobil durchaus relevante Dimensionen. Der Miele Techniker hat glücklicherweise auch Schreinerfähigkeiten, so dass wir ihn doch noch montieren können. Allerdings mit etwas weniger optimalen „Spaltmassen“.

Zudem nutzen wir die gute Infrastruktur um Santiago herum zur Montage eines neuen Astabweisers an Shujaa’s Dach. Aufmerksame Blogleser haben mitbekommen, dass wir dieses 5 Meter lange Alu-Rohr auf wundersame, nicht bemerkte Weise schon zu Beginn unserer Weltreise auf der Isla Chiloé in Chile verloren haben: kein „Mission Critical“-Teil aber doch hilfreich, wenn man häufig unter tiefhängenden Ästen und insbesondere Stromleitungen fahren muss. Bei all diesen Tätigkeiten werden wir von Pairoa und seiner Frau Carmen super unterstützt: Pairoa haben wir über Peter – dem Schöpfer von Shujaa – kennengelernt und er baut auch seit sechs (!!!) Jahren an seinem 6×6 Expeditionsmobil. Als Gehirn-Chirurg und den daraus resultierenden Anforderungen an Präzision etc. dauert das halt etwas länger. Wir verbringen trotz des Stresses drei schöne Tage und intensive Abende miteinander und freuen uns, die ersten Freunde auf unserer Weltreise getroffen zu haben.

Wenn man einmal in der lokalen Expeditionsmobil-Community drin ist, wird man natürlich direkt „weitergereicht“ und so fahren wir – was wir eh geplant hatten – zunächst nach La Serena (dort ist tatsächlich meine Kreditkarte an die lokale Santander Bank hingeschickt worden, welche ich intelligenter Weise auf den Osterinseln beim Bargeld-Holen im Automaten kurz vor Abflug hab stecken lassen – eine entlegenere Destination dafür gibt es nicht!) und dann ins Valle de Elqui zu Rene und seiner Frau Karen. Rene besitzt als Nebenbeschäftigung ein schönes Hotel (Hotel Terral) und als Hauptbeschäftigung fährt er ca. 10 Monate im Jahr mit seinem Expeditionsmobil kreuz und quer durch Südamerika. Wir verbringen drei schöne Tage mit beiden und nutzen natürlich den unermesslichen Erfahrungsschatz um Tipps für unsere Route, Stellplätze, Reifenbeschaffung etc. zu bekommen. Eine weitere tolle und intensive Reisebekanntschaft.

Daneben erkunden wir mit Shujoo – unserem Quad – das Valle de Elqui. Hier werden primär Trauben für den Pisco-Schnaps angebaut: die Chilenen streiten mit den Peruanern über die „Urheberrechte“ und so wurde der Hauptanbauort im Valle de Elqui vor über 100 Jahren einfach in „Pisco Elqui“ umbenannt, um hier bessere Karten zu haben. Die Landschaft ist ein Traum: schroffe und völlig karge Berge, die von den grünen Reben durchzogen werden. Natürlich dürfen eine Degustation und der Besuch von mehreren Pisco-Destillerien nicht fehlen. Zudem ist hier alles „Magico“ (nirgendwo auf der Welt wurden so viele Ufo-Landungen „gesichtet“) und sehr spirituell: Karin fühlt sich nach Indien zurück versetzt, es gibt Massagen und überall Räucherstäbchen. Einen tollen See mit permanenten Thermik Stark-Wind und vielen Wind- und Kitesurfern gibt es hier ebenfalls.

Nach erneuten drei Tagen vor Ort wollen bzw. müssen wir weiter, denn ein großes Ereignis naht: wir haben uns eine Einladung ins Biwak der Rallye Dakar „organisiert“ und müssen daher in den Norden Argentiniens weiterfahren. Dorthin geht es zunächst über den traumhaften Paso Aqua Negra, dem mit 4.780 Meter über NN höchsten fahrbaren Pass zwischen Chile und Argentinien. Die beiden Grenzstationen liegen über 150 km voneinander entfernt, es gibt verschiedene Lagunen und die Landschaft ist extrem spektakulär. Ganz oben gibt es die Büßer-Schneefelder – Schneereste die durch den starken Wind zu zackigen Formationen geformt wurden.

Wir verkraften die Höhe ganz gut und auch Shujaa ist top-fit. Die beiden Turbolader pfeifen wegen der dünnen Luft etwas lauter als sonst, aber wir können trotzdem zügig etliche PKWs bei der Auffahrt überholen. Die beiden Grenzübergänge dauern etwas länger als bisher gewohnt, da viel Verkehr ist. Neben den Sommerferien ist zudem der Papst in Chile und die Dakar Rallye zusammen bringen etliche Menschen in diesen Tagen auf die Straße.

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