2017ArgentinienSüdamerika

Alles ist gut

Am 17. Oktober waren wir bereit Shujaa aus dem Hafen von Zarate, 90 km nord-westlich von Buenos Aires, abzuholen. Was haben wir auf diesen Tag hin gefiebert, und wir sind schon sehr angespannt, auch wenn wir uns versuchen gegenseitig nichts anmerken zu lassen. Wir fragen uns: Haben unsere Vorbereitungen gefruchtet, indem wir das Fahrerhaus komplett ausgeräumt haben? Einschließlich der Demontage der Rückfahrkamera, des Navis etc.? Dann haben wir die Dusch-Dachluke mit Metallabdeckung einbruchsicher gemacht – eine auch bei schweren Expeditionsmobilen wie Shujaa immer wieder gerne genutzte „Schwachstelle“. Oder müssen wir das erste Frustrationserlebnis unserer Weltreise verkraften?

In Zarate haben wir Alejandro getroffen, den Mitarbeiter unseres Agenten Pablo, bei dem wir schon in BA die Unterlagen abgegeben und die Bezahlung geregelt haben. Seinen argentinischen Dialekt kann nun wirklich keiner verstehen, der normales Spanisch gelernt hat. Immerhin scheint er zu wissen was er macht. Insgesamt dauert es aber trotz Agenten sechs Stunden, um Shujaa aus dem Zoll zu bekommen. Und Karin wartet brav in dem kleinen Kiosk und schreibt Tagebuch, auch als ich stundenlang weg bin. Nach zwei Stunden kann ich wenigstens zusammen mit einem Zollbeamten zu Shujaa für eine kurze Zoll-Kontrolle. Einmal kurz Innenraum und Fahrerhaus sowie Quadbegutachtung in der Garage. Alles an Shujaa ist noch da und es gibt keine Kratzer oder Beulen. Ein großer Stein fällt von meinem Herzen. Alle Türen und Klappen wurden bei der Abfahrt in Hamburg versiegelt – man scheint aus den vielen Einbrüchen während den Überfahrten nach Südamerika gelernt zu haben.

Nachdem wir das Fahrerhaus wieder eingeräumt hatten, ging es dann die 60 km nach San Antonio de Areco – einer beschaulichen alten Gaucho Stadt. Nach Einkauf im ersten Supermarkt (die Polizei kam gleich mit 2 Fahrzeugen und Blaulicht vorbei, um sich vor Shujaa zu fotografieren; Karin war etwas irritiert als sie aus dem Supermarkt rauskam) stellten wir uns an den Ortsrand, räumten Shujaa weiter ein und gingen abends noch schnell was essen in eine Pulperia. Wieder ungesundes Essen. Wir freuten uns ab morgen wieder die eigene Hoheit über die Ernährung zu haben. Am nächsten Morgen ging es nach kurzer Ortsbesichtigung zum Tanken und Wasser auffüllen (bei 800 Liter Diesel und 800 Liter Frischwasser-Kapazität dauert dies eine ganze Weile) bevor es dann in einem großen Bogen um BA in den Süden ging durch die unendlichen Weiten der Pampa (Teil 1 von Wolfe’s Shit Forrest für die Insider unter uns), 1.500 km zu unserem ersten großen Ziel – der Peninsula Valdez zum Whale-Watching.

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