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Wining and Dining… und unsere neue Lieblingsstadt Kapstadt

Insgesamt fünf Tage verbringen wir in der Weinregion Franschhoek-Stellenbosch, besuchen über 25 Weingüter und genießen fast genauso viele Weinproben, gepaart mit exzellenten Käseplatten, Appetizern und kompletten Menues. Obwohl wir schon viele Weinregionen weltweit besucht haben, haben wir noch nie eine solche Dichte und Vielfalt an Weingütern gesehen. In den unterschiedlichsten Stilrichtungen präsentieren sie sich: Vom alten kapholländischen Stil bis hypermodern in Sichtbeton und ausgestattet mit extravaganter moderner Kunst; kleine familiäre Betriebe, wo die Inhaber den Besuchern die Eule im Baum zeigen, bis hin zu riesigen Infrastrukturanlagen mit angeschlossenen Hotels, Konferenz-Zentrum und Open-Air-Bühnen. Auch das (Preis-) Niveau und die Einrichtung der Weingüter differieren extrem: von eher bodenständig zu absolut high-end. In dieser Diversität fühlen wir uns sehr wohl, sind immer wieder neugierig was uns als nächstes erwartet, ob wir mit Shujaa durch die teilweise engen Allee-Durchfahrten überhaupt durchpassen und wie der abwechslungsreiche Tag insgesamt so verlaufen wird. Meistens versuchen wir auf dem Weingut unserer letzten Weinprobe direkt mit Shujaa zu übernachten…. Nach vier Weinproben pro Tag möchte man nicht mehr unbedingt so weit fahren.

Nach vier intensiven Tagen Wining & Dining beschließen wir, zunächst einmal auf die Kaphalbinsel und nach Kapstadt zu fahren und zum Abschluss noch einmal einen weiteren Tag in der Weinregion dranzuhängen…. weil es so schön war, aber auch um uns eine kleine „Degustations-Pause“ zu gönnen.

Sowohl während unserer Fahrt zum Kap der Guten Hoffnung, dem südwestlichsten Punkt Afrikas, als auch während unserer anschließenden vier Tage in Kapstadt selbst werden wir von einem herrlich sommerlichen Wetter mit Temperaturen von weit über 30°C begleitet: eher eine Seltenheit für diese Region und vor allem um diese Jahreszeit. Daher müssen wir uns auch wettertechnisch keine Gedanken machen, wann wir den Tafelberg am besten besichtigen, um optimale Sichtverhältnisse zu haben. Die Zeit vergeht wie im Fluge und mit jedem weiteren Tag gefällt uns die Stadt besser: die Kombination aus einzigartiger Lage, tollem Umland mit Meer und tollen Stränden sowie den Weinregionen, guten Geschäften und Restaurants sowie den netten und hilfsbereiten Südafrikanern macht uns richtig an und wir planen nach Abschluss unserer Weltreise mal für ein paar Monate ein Haus bzw. Wohnung in Kapstadt anzumieten, um die Stadt noch intensiver zu erleben. Wir treffen zweimal unsere Reisebekannten Daniela und Gregor aus Berlin, die wir in Zimbabwe kennen gelernt haben (und die sich am Ende ihrer Overlanding Tour zum wiederholten Male ein Haus in Kapstadt angemietet haben😉), sowie einen ehemaligen Arbeitskollegen von mir, radeln entlang der, an die Cote d’Azur erinnernden, Küste nach Clifton und Camps Bay, besuchen den faszinierenden botanischen Garten Kistenbosch am Fuße des Tafelbergs und schauen uns im Rahmen eines Township-Besuches auch die andere, weniger attraktive Seite Kapstadts an.

Diese eh schon sehr armen Townships mit teilweise erbärmlichen Lebensbedingungen leiden unter permanentem Zuzug weiterer Menschen, sei es aus den ehemaligen Homelands Ciskei und Transkei, am Eastern Cape oder aus anderen Ländern Afrikas (Zimbabwe, Mozambique bis hoch nach Nigeria und Niger). Die daraus resultierende verschärfte Armut, aber auch die ethnischen Konflikte führen dazu, dass die Mordrate in Kapstadt mittlerweile zu den höchsten weltweit zählt und selbst das Militär, als Unterstützung der Polizei hinzugerufen, nicht mehr wirklich Herr der Lage wird. Insofern ist bei aller Faszination und Schönheit Kapstadts, auch diese Stadt leider repräsentativ für die extremen sozialen Unterschiede und den daraus resultierenden Spannungen, die wir seit unserer Einreise nach Südafrika so offensichtlich spüren.

2 Kommentare

  1. Hallo Ihr Beiden,

    danke für die faszinierenden Bilder und die lebendige Schilderung eurer vielen Eindrücke. Das muss ja „reisesüchtig“ machen. Bei aller Schönheit rund um Kapstadt stimmen mich die sozialen Brennpunkte sehr traurig. Schade, dass es dafür offensichtlich keine Lösung gibt.
    Euch wünsche ich weiterhin eine spannende Reise und freue mich schon auf den nächsten Blog. So long und liebe Grüße
    Hans

    1. Hallo Hans,
      Danke DIR für Dein Interesse, das uns motiviert und freut. Es ist schlimm, die Trennung der sozialen Gruppen manchmal wie mit dem Lineal gezogen zu beobachten, aber leider haben wir diese ja auf der ganzen Welt …
      Liebe Grüße
      Karin & Oliver

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