2018PeruStädteSüdamerika

Lima – der vermeintliche Molloch und ein neuer Wechselrichter

Was hört man nicht alles Schlimmes über Lima: ein riesiger, stinkender Molloch mit 24-stündigem Verkehrschaos und riesigen Slums sowie hoher Kriminalitätsrate. Und viele Overlander meiden schlicht die Großstädte. Auf unserer Fahrt nach Norden im März sind wir deswegen einfach nur an Lima vorbeigefahren.

Mittlerweile waren unsere Erlebnisse mit anderen besuchten Städten (Quito, Bogota, Medellin) jedoch durchaus positiv – Reisen verändert halt – und immer wieder haben wir die Erkenntnis gewonnen, dass zu einem wirklichen Erleben eines Landes auch der Besuch der entsprechenden Groß-Städte gehört. Außerdem haben wir unseren neuen Wechselrichter aus Deutschland zum Mastervolt Händler nach Lima zwecks Einbau schicken lassen. Also steuern wir gespannt Lima an, nachdem wir während der Abfahrt aus der Cordillera Blanca in nur 2 Stunden knapp 4.000 Höhenmeter „vernichtet“ haben, und parken den großen Shujaa auf dem kleinen Parkplatz eines Hostals im schicken Stadtteil Miraflores. Da Samstag ist, hält sich das Verkehrschaos in Grenzen und auch die Slums im Norden der Stadt hatten wir uns schlimmer vorgestellt. Die Altstadt hingegen – insbesondere um den großen Plaza – ist in ihrer Dimension und Baukunst sehr beeindruckend, besonders gefallen haben uns das Dominikaner- und Franziskaner- Kloster mit ihren weitläufigen Innenhöfen und Arkadengängen.

Am nächsten Tag ist der Inverter-Einbau angesagt: Was eigentlich ein Thema von wenigen Stunden sein sollte (Einbau des alten und Anschluss des neuen Wechselrichters) entpuppt sich trotz professionellen Elektrikern als eine Aktion von 2,5 Tagen…. Um es kurz zu machen: auch der neue Wechselrichter funktionierte nicht und nach langem Durchmessen aller Kabel und Fehlerdiagnose nach Ausschluss-Kriterien war klar, dass das Problem an einem zuführenden Stromkabel lag, was nicht mehr die volle Leistung brachte und damit der Wechselrichter nicht hochfahren konnte: Nun sind wir stolzer Besitzer eines funktionsfähigen dritten Wechselrichters (zusätzlich zu den zwei fest installierten), für den wir neben Anschaffungs- und Transport-Kosten auch nicht unerhebliche Verzollungskosten bezahlt haben. Aber so ist das manchmal und vielleicht brauchen wir eines Tages in der Tat mal einen neuen Wechselrichter. Parallel zu den Wechselrichter-Arbeiten bekommt Shujaa bei MAN in Lima seinen wohlverdienten Ölwechsel – man hatte das entsprechende Euro 5 Synthetik-Öl extra für uns besorgt, da in Peru Euro 5 Fahrzeuge noch nicht auf den Straßen unterwegs sind. Wie immer bei MAN werden wir sehr professionell bedient, Shujaa steht im Mittelpunkt des Geschehens, jeder Mechaniker reißt sich darum bei Shujaa Hand anlegen zu können und wir dürfen die Werkstatt erst nach ausgiebiger Foto-Session verlassen.

Nebenbei gehen wir in Lima noch mit der sehr netten Schwester Ana unserer Münchener Spanisch-Lehrerin Claudia (sie kommt aus Lima) und ihrem Mann Fernando essen und erkunden die netten Stadteile Miraflores und Barranco. Und von Karin ist wieder eine tolle Essenseinladung von der Weihnachtsliste fällig. Nach 4 Tagen verlassen wir Lima gen Süden mit frischem Öl und funktionierendem zweiten Wechselrichter. So interessant Lima auch war und sich erneut viele Vorurteile nicht bewahrheitet haben, sind wir froh wieder auf dem Lande unterwegs zu sein. In Nasca biegen wir wieder in die Berge ab und machen uns auf die über 1.000 km lange Fahrt zu unserem letzten großen Ziel in Peru: Cusco und Machu Picchu.

2 Kommentare

  1. Ihr Lieben,

    da werden Erinnerungen wach. Habe ein Jahr in Miraflores gewohnt, das nightlife in Barranco in vollen Zügen aufgesogen und die ‚Traumspeisen‘ in der Rosa Nautica genossen.. Ich beneide euch;)
    Ich wünsche euch weiterhin viel Sehens- und Erlebenswertes und allseits gute und sichere Fahrt.

    Herzliche Grüsse,
    Roland

    1. Danke, Roland. Mach’s doch einfach nochmal … 😉 See you!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.