2018PeruSüdamerika

Peruanische Kultur – und endlich Urlaub vom ganzen Reisen

Da wir in der letzten Zeit sehr viel spektakuläre Natur hatten, ist jetzt erst einmal Kulturprogramm angesagt. Nachdem wir von der traumhaften Peninsula Paracas wieder in die Zivilisation gekommen sind, unsere Vorräte aufgefrischt haben, ich seit langem mal wieder beim Friseur war, fahren wir an Lima vorbei gen Norden. Lima schenken wir uns, da es dort im Vergleich zu den anderen, von uns bisher besuchten Großstädten, nicht wirkliche Highlights gibt und wir beide aktuell keine wirkliche Lust auf einen Moloch haben.

Zunächst machen wir einen Übernachtungs-Abstecher in den Parque National de Lachay, nördlich von Lima: hier gibt es ein, trotz staubtrockenen Wüstenumfeldes, sehr feuchtes Micro-Klima, weil genau an dieser Stelle der Küstennebel des Meeres zu Wasser kondensiert und viele Blumen, Bäume und sonstige blühende Pflanzen gedeihen lässt. Nur leider nicht zu unserer Jahreszeit im März, da ist alles recht vertrocknet. Dafür gibt es umso mehr Fliegen, welche den Aufenthalt hier nicht wirklich angenehm machen. Nach kurzer Wanderung im Park, machen wir uns auf der in Nord-Peru super und größtenteils vierspurig ausgebauten Panamericana weiter nach Norden zur Pyramidenstadt Caral. Sie gilt als älteste Stadtanlage Amerikas und wird auf 2.627 v. Chr. datiert. Das Alter der Anlage ist beeindruckend, zudem die Lage an einem sehr fruchtbaren Flusstal, wo gerade die Ernte in vollem Gange ist. An jeder Ecke stehen hunderte von Säcken mit frischen Maracujas von denen wir uns natürlich auch bedienen. Ansonsten sind es halt Steine, zu denen wir trotz des hohen Alters und der Bedeutung nicht so den wirklichen Bezug haben.

Weiter geht es gen Norden nach Trujillo, der drittgrößten Stadt Perus mit zwei historischen Highlights: der von der Moche-Dynastie um circa 100 n. Chr. errichteten Sonnen- und Mondpyramide (Huaca del Sol und Huaca de la Luna; nur letztere ist teilweise ausgegraben worden und besteht aus 6 übereinander gebauten „Schichten“) sowie der von den Chimú ca. 1.000 n. Chr., ebenfalls komplett aus Adobe-Lehmziegeln erbauten, Stadt Chan Chan. Sie war mit einer Ausdehnung von 20 km2 und 80.000 Einwohner zu ihrer Blütezeit im 13. Jahrhundert die damals größte Stadt weltweit. Beeindruckend sind beide Male die schieren Dimensionen der Anlagen und die Tatsache, dass erst sehr wenig der Komplexe ausgegraben sind und sich vieles Verborgene noch unter dem Wüstensand befindet…. es scheitert hier wohl häufig am Geld. Mit den Grabstätten von Sipan bei Chiclayo besuchen wir die vierten „Steine“ innerhalb von drei Tagen, aber sie gehören zu den spektakulärsten archäologischen Funden in Peru, da komplett erhalten und nicht von den Spaniern im Kolonialisierungsprozess geplündert.

Wir sind mittlerweile ziemlich reisegestresst. In den letzten 10 Tagen seit unserer erneuten Einreise in Peru aus Chile sind wir entlang der Küste knapp 3.000 km gefahren, haben intensive Besichtigungsprogramme absolviert und das Klima ist mittlerweile tropisch heiß. Auch der kalte Humboldt-Strom bringt vom Meer keine wirkliche Abkühlung mehr, da hier in Nord-Peru, kurz vor der Grenze zu Ecuador der warme Panama-Strom dominiert. Es ist demzufolge Zeit für ein paar „Urlaubstage“ und da kommt der Campingplatz/Hotel Swiss-Wassi eines Schweizers direkt am Meer mit wunderschönen Palmen und Sonnenuntergängen genau recht. Auch wenn wir noch nicht in der Karibik oder in Brasilien sind, hat der Strand hier durchaus vergleichbares Niveau, was uns andere dort anwesende Reisende mit direkten Vergleichsmöglichkeiten bestätigen. Wir verbringen hier eine knappe Woche, bewegen Shujaa nur ein paar Meter vor und zurück, um Schwarz- und Grauwasser abzulassen, organisieren unseren Abstecher auf die Galapagos Inseln und andere Themen, kaufen Fisch am Strand direkt vom Boot, aktualisieren mal wieder unseren Blog und genießen ansonsten das Nichtstun.

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