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Arequipa und der Colca Canyon – die tiefste Schlucht der Welt

Vom Titikaka-See fahren wir auf guten Pisten und Straßen nach Arequipa – der zweitgrößten Stadt Perus, welche auf „nur noch“ 2.300 Meter Höhe nicht mehr weit vom Pazifik liegt. Wie immer planen wir Fahrten in größere Städte mit Shujaa genau vor: Welches Ziel, welche Straßen in die Stadt hinein, um damit möglichst Stress z. B. durch „Kleingassen-Gewirr“ zu vermeiden, welcher Standplatz etc. Diesmal ist jedoch die große Umgehungsstraße, welche uns fast direkt zu unserem Übernachtungsplatz im geschützten Innenhof eines zentral gelegenen Hotels bringen sollte, ohne jegliche Vorankündigung von jetzt auf gleich gesperrt und natürlich müssen wir durch kleine Gassen mit viel Verkehr und wirklich rücksichtslosen peruanischen Autofahrern fahren. Die Philosophie der peruanischen Autofahrer scheint zu sein, immer mal laut hupend vorzupreschen und dann erst zu überlegen wie eine Lösung aussehen könnte. Die lautet natürlich in unserem Falle für sie unter lautem Fluchen rückwärts zu fahren, bis wir passieren können.

Arequipa selbst ist eine sehr schöne Stadt mit einem tollen Plaza, vielen kolonialen Bauten und Kirchen sowie als Highlight das Santa-Catalina-Kloster. Wir bummeln durch die Straßen und Karin kauft ein. Die Alpaka-Woll-Produkte sind wirklich schön. Dann besichtigen wir das Kloster. Gegründet 1579, weil es damals ein Mangel an Klosterplätzen gab (die zweitälteste Tochter von wohlhabenden Familien wurde immer ins Kloster geschickt), ist es auch heute noch eine „Stadt in der Stadt“ und beherbergte bis zu 150 Nonnen und 400 Dienstmädchen. Die Zimmer sind sehr groß und, für damalige Verhältnisse, luxuriös. Die „Tochter aus reichem Hause“ musste sich regelrecht im Kloster „einkaufen“. Es gibt nach spanischen Städten benannte Straßenzüge und die ganze Anlage ist mit seiner Kombination aus blauen und terrakotta Farben sowie zahlreichen Blumen und Pflanzen sehr pittoresk.

Am nächsten Tag geht es in den Colca Canyon nordöstlich von Arequipa: er gilt als der tiefste Canyon der Welt (aufgrund der Höhe der umliegenden Berge) und bietet zudem sehr gute Beobachtungsmöglichkeiten für die Anden-Kondore, die mit einer Flügelspannweite von bis zu 3,30 Meter die größten Raubvögel der Welt sind. Wir haben Glück und sehen sowohl Andenkondore nur wenige Meter von unserem Stellplatz entfernt. Morgens wundern wir uns, weil sie gar nicht aufsteigen wollen und ewig auf einem Fels herumsitzen, bis wir erfahren, dass sie wirklich nur mit der richtigen Thermik fliegen können, ansonsten besteht Absturzgefahr.

Am nächsten Tag packt mich der Ehrgeiz und ich steige die 1.200 Meter in den Canyon zu einer fruchtbaren Oase hinab und – nach kurzer Pause – wieder hinauf. Eine sportliche Herausforderung! Wie beim Mountainbike-Downhill entlang der „Todesstrasse“ bei La Paz ist es auch hier faszinierend, innerhalb kürzester Zeit durch die unterschiedlichsten Klima- und Vegetationszonen zu kommen und dies „hautnah“ zu erleben. Erschöpft, aber zufrieden komme ich nach 6 Stunden wieder oben am Canyon-Rand an.

4 Kommentare

  1. Hallo Karin und Oliver,

    ihr habt einen tollen Blog und ich wünsche Euch viel Spaß ,Freude und Gesundheit auf dieser spannenden Reise.

    Grüße aus dem Norden Deutschlands
    Lars

    1. Vielen Dank Lars, schön zu hören, dass er Dir gefällt.

  2. wunderschöne Bilder, freue mich jedes Mal sehr, wenn ich die Mail erhalte, dass ein neuer Blog online ist.

    1. Das ist schön zu hören. Danke. So macht das Blog Schreiben auch Spaß.

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