2018KolumbienStädteSüdamerika

Cartagena – Koloniale Perle der Karibik

Nach unseren anstrengenden vier Tagen Trecking Tour zur Ciudad Perdida, freuen wir uns wieder in Shujaa’s komfortablen und vor allem klimatisierten Fahrerkabine zu sitzen und zu entspannen. Die Straßen entlang der Küste sind sehr gut (kein Vergleich mit den grauenhaften Berg-Straßen in Kolumbien), jedoch die Straßengebühren teilweise horrend insbesondere für uns als Drei-Achser.

Auf dem Weg Richtung Cartagena sehen wir abends, bei Dunkelheit, in der wir höchst selten fahren, auf der gegenüberliegenden Fahrbahn, eine Gruppe junger Männer, die den Verkehr mit brennenden Autoreifen aufhalten. In den Bergen werden zwei Polizisten erschossen, kurz bevor wir das Dorf passieren. Ein bisschen Scary ist das schon, auch wenn wir ansonsten keinerlei Kontakt zu Kriminalität oder Bedrohlichem hatten.

Bevor wir nach Cartagena kommen, besteigen wir noch kurz einen Vulkan…. Er ist allerdings nur 20 Meter hoch und so bleiben uns größere Strapazen diesmal erspart. Im Inneren gibt es ein wohl sehr heilsames Schlammbad, bei knapp 40 Grad Außentemperaturen verzichten wir aber darauf, auch wenn sich unsere immer noch etwas geschundenen Knochen sicher gefreut hätten.

Cartagena begeistert uns vom ersten Anblick an: wir haben einen guten Übernachtungsplatz direkt neben dem Hilton Hotel am Strand im modernen Stadtteil Bocagrande. Mit seinen Hochhäusern sieht es aus wie Miami, nur das Strandleben ist typisch südamerikanisch. Die Altstadt von Cartagena besuchen wir sowohl am Abend als auch am darauffolgenden Tag und sie entpuppt sich als ein wahres koloniales Juwel: wunderschöne Kirchen, palmengesäumte Plätze und traumhafte koloniale Häuser mit schönen bewachsenen Patios – mal herausgeputzt und mal völlig zerfallen. Dieser morbide Charme und die Kontraste zwischen neu und alt machen das Spezielle an Cartagena aus. Zudem tolle Modegeschäfte, welche teilweise ausschließlich Mode von kolumbianischen Designern führen, und hervorragende Restaurants. Zwar insgesamt alles recht touristisch (Cartagena ist der am meisten besuchte Ort Kolumbiens) – insbesondere nach unseren letzten Wochen, wo wir doch sehr untouristisch unterwegs waren – aber doch insgesamt sehr schön und stimmig. Wir gehen abends toll essen und genießen mal wieder die Zivilisation.

Das sehr heiße und feuchte Klima lässt uns aber nach 1,5 Tagen wieder aufbrechen in das kühlere Hochland von Medellin. Zuvor fahren wir noch auf die nahegelegene Insel Baru zum Playa Blanca – er gilt als der schönste Karibikstrand Kolumbiens: ist er sicher auch, aber für unseren Geschmack viel zu viel Menschen und die Kolumbianer sind halt ein feierfreudiges und unterhaltsames Volk. Insofern machen wir dort nur einen kurzen Sight-Stopp. Als wir in die Berge kommen, hat uns das altbekannte Straßenbild Kolumbiens wieder: enge Bergstraßen, lahme und qualmende LKWs und verrückte Autofahrer, die wild überholen ohne irgendetwas zu sehen. Da wir ebenfalls versuchen, halbwegs zügig voranzukommen und dafür permanent überholen müssen, ist die Fahrerei extrem anstrengend. Karin meint irgendwann, ich würde mittlerweile fast wie ein Kolumbianer fahren…. Aber sie sei froh dass ich halt nur „fast“ so fahre.

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