2018BrasilienEssenSüdamerika

Köstliches in Amazonien

Wir sehen auf unserer Reise viele neue Dinge zum Essen und in Restaurants. Von Cevice, über Pisco Sour bis hin zu haufenweise Empanadas. Aber das alles kennen wir auch in Deutschland, wenn wir es auch nicht an jeder Ecke bekommen. Dann gibt es solche Sachen wie Cuy (Meerschweinchen) oder Maden bei den indigenen Völkern im Dschungel, von denen wir zu Hause auch gehört haben, die aber eher selten auf unserem Speiseplan stehen.

In und um Santarem, mehr oder weniger im Herzen von Amazonien, gibt es allerdings Sachen zum Essen, die selbst mir, als sehr essens- und nahrungsmittelinteressierten Menschen zum ersten Mal untergekommen sind. Und die es speziell nur hier gibt. Dieter, ein Deutscher Auswanderer in Santarem, hat uns ein paar davon erklärt. Und mit Mariana, der Frau von Captain Vitor Lima der uns mit verschiedenen Standplätzen und der Organisation von Fähren wahnsinnig geholfen hat, habe ich ein paar Speisen gemacht. Probiert haben wir natürlich alles.

Tapioca

Die weißen Flocken, die eher an geraspelte Kokosnuss erinnern, werden aus der Maniokwurzel hergestellt und im Kühlschrank aufbewahrt. Es gibt sie etwas feiner oder kugelartig. Die Kügelchen waren eine zeitlang bei uns in dem süßen Hypedrink Bubbletea drin und werden für Eis verwendet. Es ist relativ geschmacklos, aber vielseitig verwendbar. Was mir ganz gut geschmeckt hat, war das Tapioca, das man zu einer Art Pfannkuchen verarbeitet. Man siebt das Pulver in die Pfanne, in der es fester wird. Ein bisschen Salz darauf und je nach Geschmack mit Bananen, nur feiner Butter oder Käse wird es zu einem tollen Frühstück.

Açai

Die Açai-Beere ist schon eine Weile auch bei uns als „Superfood“ bekannt, weil sie so extrem gesund sein soll (sie soll Krebs heilen, schlank machen, Falten verschwinden lassen, vor Herzkrankheiten schützen, sexuell stimulieren, …) und besonders reich an Antioxidantien ist. Da sie jedoch binnen 36 h verdirbt, gibt es sie bei uns „nur“ als Pulver, Saft oder Kapseln. Hier kann man sie püriert frisch kaufen. Und das ist einmalig, auch als Frühstück. Ich liebe sie mit ein bisschen gesüßtem Eiweißpulver oder Milchpulver angerührt, weil sie pur etwas herb ist. Was ich als extrem überraschend empfand, wie schnell mein Körper darauf reagiert hat. Ich fühlte sofort einen Push für meinen Stoffwechsel und war natürlicher an meinen Hunger- und Durstgefühlen dran.

Tacaça

Dieses Suppe kann man an der Straße bei den eingesessenen Hausfrauen kaufen. Sie besteht aus verschiedenen Bestandteilen, die in einer Kokosschale zusammen gereicht werden. Eine gelbe Suppe (Tucupi) wieder aus Maniok, die recht sauer ist, grünes Gemüse (Jambu), das roh hochgiftig ist, aber nach 10 Minuten kochen wie Spinat schmeckt, eine megaeklig aussehende durchsichtige, gallertartige Pampe (Goma) auch aus Maniok, Amazonasshrimps und einer scharfen Sauce. Nichts für uns, aber interessant. Dieter mag es sehr.

Macaxeira

Dieser leckere Kuchen wird auch aus Maniok und aus Kokosnuss gemacht. Er ist sehr süß, gelb und hat eine Konsistenz wie Grieskuchen. Extrem lecker.

Farofa

Aus geröstetem Maniokmehl, das man zu allen Gerichten serviert – auch in ganz Brasilien. Etwas gewöhnungsbedürftig, weil ziemlich geschmacklos, aber extrem knusprig und deshalb lecker. Ähnlich wie bei uns im Badischen das „Abgeschmelzte“,das mir jedoch selbst nach einer Weile doch noch viel besser schmeckt. Hm …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.