2018ArgentinienBolivienBrasilienChileEcuadorKolumbienLänderPeruSüdamerikaUruguay

Eine Zusammenfassung: Südamerika

Argentinien

14.034 km in 66 Tagen. Wir haben stundenlang den Walen an der Peninsula Valdez zugeschaut, die endlosen Straßen durch die patagonische Pampa mit abartigen Winden überlebt, geniale Steaks gegessen und viele Pinguine sowie Seeelefanten beobachtet. Am Fitz Roy verbrachten wir wunderbare Tage mit Wandern, der Perito Moreno Gletscher kalbte für uns monströs, in Ushuaia in Feuerland besuchten wir das Ende der Welt. In der Lagune Llancanielo bei Mendoza verbrachten wir drei Tage mit Shujaa ausbuddeln und produzierten Unmengen an Adrenalin. Wir verliebten uns in das Konzept und die Weine der Bodega Alpassion und erlebten eine unvergessliche Rallye Dakar direkt im Camp. Und ganz am Ende unserer Reise, haben wir den Nordosten noch als völlig unterschiedlichen Landstrich, fast wie das Pantanal in Brasilien erlebt.

Chile

8.157 km in 56 Tagen. Ein atemberaubendes Land mit unglaublich vielseitigen Naturschönheiten. Wir wanderten durch die spektakulären und feuchten Kaltregenwälder Süd-Chiles und fuhren staunend die faszinierende Carretera Austral mit tiefhängenden Gletschern bis auf Meereshöhe entlang. Die Isla de Chiloé überraschte uns mit ihren samtenen Wiesen, Holzkirchen, Stelzenhäusern und herrlichen Landschaften, wobei wir vor lauter Begeisterung zunächst den Verlust unseres Astabweisers nicht bemerkt hatten. Wir fotografierten unzählige Wasserfälle und erlebten einen traumhaft farbenintensiven Torres del Paine. Die Weine bereiteten uns einen großen Genuss, vor allem das Weingut Viu Manent hatte es uns angetan. Die Osterinsel war eine ungewöhnliche und bezaubernd mystische tropische Abwechslung. In San Felipe und in Vicuñia lernten wir wunderbare Menschen kennen, die für uns schnell zu echten Freunden wurden. Schließlich begeisterten wir uns für die unwirtliche Atacama Wüste mit ihren außergewöhnlichen Felsformationen und Salzlagunen.

Bolivien

2.658 km in 24 Tagen. Bolivien ist rau und zugleich landschaftlich wunderschön. Die Menschen sind einfach und oft sehr arm, für uns das einzige scheinbare Entwicklungsland in Südamerika. Oliver hat gleich an der Grenze einen Zementpoller überfahren. Die Lagunenroute war, trotz mäßigen Wetters, spektakulär, aber auch sehr ruppig zu fahren. Uyuni stand unter Wasser, so erlebten wir den Salar nur mit Gummistiefeln und zu Fuß, aber auch das war einzigartig und einfach toll. In Potosi besuchten wir in standesgemäßer Kleidung untertage die Silbermine im Cerro Rico und in Sucre erlebten wir den Karneval und eine sehr sympathische Stadt. In Samaipata machten wir eine Bergregenwaldtour mit Rumms in der Nacht, bei dem Shujaa von einem Betrunkenen angefahren wurde und erneut seine Robustheit unter Beweis stellen konnte, und in Buena Vista erkundeten wir zu Pferde zum ersten Mal den Urwald. La Paz zeigte sich für Karin, die Salmonellen erwischt hatte, eher als Krankenstation und für Oliver mit der Straße des Todes als Mountainbike-Abenteuerstopp. Der erste Teil des Titikakasees war ein runder Ausklang dieses schönen und andersartigen Landes.

Peru

8.568 km in 55 Tagen. Den zweiten Teil des Titikakasees besuchten wir via Boot. Arequipa gefiel uns sofort als eine der sympathischsten Shopping- und Kulturstädte. Die karge Küstenwüste stand im krassen Gegensatz zu der Bergwelt und bot uns in Nasca eine tolle Sicht auf die riesigen Steinformationen. Auf der Peninsula Paracas bewunderten wir die karge, aber unendlich schöne und kontrastreiche Küsten- und Dünen-Landschaft. Insgesamt haben wir in Peru viele „Steine“ angeschaut, also viele kulturelle Stätten, die wirklich extrem interessant waren. Im Swiss Wassi verbrachten wir einige Tag an einem karibikähnlichen Strand und genossen die Zweisamkeit und die Pause vom Reisen. Einfach nur schön. Extrem herausfordernd waren die spektakulären und für uns schwierigen Bergpisten in Nord-Peru. Die Cordillera Blanca verzauberte uns mit ihren spektakulären Gletschersichten und den wunderbaren türkisfarbenen Lagunen, die wir umwanderten. Auch Lima als Großstadt zeigte sich von der besten Seite und wir konnten es in vollen Zügen genießen. Insgesamt waren wir von der Umgebung Cuscos völlig begeistert. Das Valle Sagrado, der Machu Picchu und der Rainbow Mountain gehören sicherlich zu den Highlights. Zu alledem haben wir in Cusco liebe Freunde kennengelernt und waren erinnerungsträchtig beim Schamanen Alonso.

Ecuador

4.298 km in 47 Tagen. Dieses wunderschöne Land hat uns mit seiner südamerikanischen Vielfältigkeit auf relativ kleiner Fläche überzeugt. Es hat einfach alles, was das Traveler-Herz begehrt. Wir lernten, dass Ecuador das Welt-Bananen- und Schokoladenland ist. In Salango standen wir ein paar Tage an einem Traumplatz über dem Meer auf den Klippen, erkundeten den Regenwald und genossen die traumhaften tropischen Strände. Wir wanderten um die Laguna Quilitoa – Blitzeinschlag im Wanderstock inklusive. Die Vulkane Cotopaxi, Tungurahua, Reventador und Chimborozo zeigten sich manchmal eher von ihrer nebligen Seite, aber sind wunderschön anzusehen und zu bewandern – einer fauchte uns sogar an. In Coca musste Oliver einen schlimmen Hundeangriff von drei aggressiven Tieren über sich ergehen lassen, dessen Folgen wir wochenlang versorgten. Unser Dschungeltrip auf die Sacha Lodge war extrem abwechslungsreich und schenkte uns viele Einblicke und Aufblicke in die wunderschöne Tierwelt. In dem kleinen Städtchen Mindo genossen wir eine tolle Wasserfalltour und sahen wunderschöne Schmetterlinge. Auch Quito als Großstadt gefiel uns super und natürlich erlebten wir eine atemberaubende Segeltour durch die Galapagos Inseln, u.a. mit Schnorcheln mit Haien. In Otavalo und dem Hochland konnten wir die typischen wunderschönen Trachten bewundern. In Vilcabamba genehmigten wir uns eine kleine Auszeit und Karin genoss, tagelang zweimal Yoga am Tag.

Kolumbien

6.357 km in 48 Tagen. Das schöne Kolumbien erlebten wir als sehr sympathisch, offen und blitzsauber, auch wenn der Verkehr etwas schneller und radikaler zugeht als in den anderen Ländern und die Straßen durch die Dörfer bisweilen doch recht klein für uns und Shujaa waren. Das Kloster Las Lajas liegt traumhaft an einem Felsen. Die Laguna de la Cocha mit ihren Holzhäuschen ist sehr pittoresk. In San Augustin und Tierradentro bewunderten wir historische Stätten sowie Gruften und die Desierto de la Tatacoa durchfuhren wir mit dem Quad, um möglichst hautnah die schöne Natur zu erleben. Salento mit seinem Kaffeeanbau und Villa de Leyva sind absolut besuchenswerte und wunderschöne Paisa- bzw. Kolonialstädtchen mit sehr viel Charme. Wir bewunderten die hohen Wachspalmen im Valle de Cocora und auch in Kolumbien durften Großstädte wie Bogota oder Medellin nicht fehlen. In Zipaquira besuchten wir eine mystische, unterirdische Salzkathedrale und erlebten den absoluten Rekord der Temperaturen in dem feuchtheißen Mompos. Die Halbinsel La Guajira ist rau und zauberhaft. Mit ihren Wüsten und ursprünglichen, aber bitterarmen und bettelnden Menschen ein eindrucksvolles Gebiet am absoluten Nordzipfel von Südamerika. Wir wanderten vier Tage zur Ciudad Perdida und Karin hat sich leider bei einem Sturz den Zeigefinger nachhaltig verletzt. Dafür genossen wir das für uns absolut hübscheste Städtchen Südamerikas – Cartagena – umso mehr.

Brasilien

13.391 km in 70 Tagen. Brasilien hat das Zeug zu unserm Lieblingsland. Zunächst hatten wir Bedenken, ob der vielen Warnungen zur Kriminalität, aber Probleme hatten wir nie. Die Menschen sind erfrischend unkompliziert. Zunächst sind wir die Transamazonica gefahren, mit viel rotem Staub sowie abenteuerlichen Brückenreparaturen und Schlammrutschfahrten. In Santarem haben wir liebe Freunde gefunden. Lencois Maranhenses, eine Küstenwüste mit Wassereinlagerungen, hat uns schlicht, auch aus der Luft, überwältigt. Die Küste in Brasilien ist im Norden unschlagbar was das Kiten und im Süden (Bahia) was die Traumstrände betrifft. Rio mit seiner Vielfältigkeit sowie der Traum-Lage und Sao Paulo mit seiner Hässlichkeit haben es uns genauso angetan wie die kleinen süßen Städtchen Trancoso und Parati am Meer. Das Pantanal mit einem Traum an Tieren und Bonito mit seinen glasklaren Flüssen war einfach fantastisch. Ein absolutes Highlight waren für uns die Iguaçu Wasserfälle als krönender Abschluss.

Uruguay

1.795 km in 17 Tagen. Zunächst wollten wir dieses kleine Land auslassen, weil wir nicht sehr viel darüber gelesen hatten, aber das wäre ein Fehler gewesen. Uruguay ist ein besonderes Land im Vergleich zu den anderen südamerikanischen Ländern. Extrem organisiert, die Menschen sind ruhig und sehr sympathisch. Das Land hat zu Recht den Ruf die südamerikanische Schweiz zu sein. Auf der Straße sind viele schöne Oldtimer zu sehen. Colonia del Sacramento ist ein hübsches koloniales Städtchen mit viel Charme und tollen Gässchen. Punta de l’Este könnte auch in Kalifornien sein – tolle Restaurants, nette Geschäfte und traumhafte Villen säumen die Küstenstraße, die jedoch noch menschenleer war, weil wir außerhalb der Saison unterwegs waren. Die Küste ist deshalb auch sehr einsam und bot uns viel Möglichkeiten zu ausgiebigen Strandspaziergängen. Das Cap de Polonio überraschte uns mit einem kleinen Aussteigerdörfchen, viel Ruhe, einem unfassbar gemütlichen Restaurant und einer Seehundhorde. Auch hier, in Punta de Diabolo, lernten wir nette Menschen kennen, jedoch auch Touristen aus Brasilien, die uns spontan zu einem Grillabend einluden, den wir sehr genossen. Einmal versuchten wir auch ein Seehundbaby von einer Plastiktüte zu befreien. Am Ende trafen wir noch unsere Freunde Gabi und Peter mit ihrem 3-Achser Expeditionsmobil „Globi“ und verbrachten ein paar nette Tage zusammen. Montevideo, als letzter Halt, nett aber unspektakulär und mit seiner Kompaktheit und Übersichtlichkeit perfekt für die Rückverschiffung von Shujaa nach Deutschland.

2 Kommentare

  1. Liebe Karin, lieber Oliver,
    Das ist eine schöne Zusammenfassung! Und wenn Ihr jetzt so zurückblickt und mit etwas Abstand das Jahr Revue passieren lasst, könnt Ihr einen Ort als Highlight überhaupt benennen? Ein Must-seen? Das ist wahrscheinlich total schwierig und sehr subjektiv…. jeder hat seine persönlichen Schwerpunkte auch was insbesondere eine Reise für jeden von uns speziell macht. Aber wenn jemand noch nie in Südamerika war, wo würdet Ihr ihn/sie hinschicken?? 😅

    Rutscht gut rüber in ein gesundes, glückliches, erfülltes Jahr 2019!,
    Lg Monika

    1. Liebe Moni,

      danke abermals für Dein Lob. Das freut uns. Und, ja Du hast Recht, es ist extrem schwierig. Viele stellen genau diese Frage. Was war denn nun das schönste Land oder das tollste Erlebnis… Und ich muss Euch enttäuschen, wir haben keine eindimensionale Antwort darauf. Das geht einfach nicht. Am Anfang haben wir noch versucht zu priorisieren, aber das geht zu Lasten auch anderer schönerer Regionen, die es nicht verdient haben an 2. Stelle zu stehen.

      Aber Deine letzte Frage ist eine sehr gute, die uns nicht so in Bedrängnis bringt ;-).

      Ich denke wir würden die Menschen nach Ecuador schicken. Das ist ein “einfach” zu bereisendes Land, weil relativ klein, aber hat an sich alles zu bieten, was in Südamerika speziell ist. Regenwald, Anden, Vulkane, Hiking, traditionelle Völker, verträumte Strände, tolle Städte, koloniale Dörfer. So kann man in einem “normalen” Urlaub doch recht viel erleben und sehen.

      Uns persönlich hat Brasilien und Chile extrem gut gefallen. Brasilien wegen den unglaublich netten Menschen und den Traumstränden sowie dem Amazonas und Chile wegen den Anden und der Natur. Und Peru, und …

      So bleibt dennoch die Qual der Wahl … 😉

      Alles Liebe
      Karin & Oliver

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