2018EcuadorLandschaftenSüdamerika

Die Sierra des südlichen Ecuadors

Nachdem wir in knapp drei Tagen von Cartagena an der kolumbianischen Karibikküste wieder nach Ecuador gefahren und durch den kleinen, kaum frequentierten, Grenzübergang im Amazonas-Tiefland stressfrei eingereist sind, brauchen wir etwas Entspannung:

Zunächst frischen wir jedoch unseren Vorrat an super-leckerer Ecuador Schokolade auf: wir hatten schon auf der Hinfahrt gen Norden vor über 3 Monaten quasi „am Straßenrand“ eine kleine Produktionsstätte von lokalen Schokoladen-Bauern besichtigt und ein paar Tafeln, nach Degustation, mitgenommen… sie hatte uns dann so gut geschmeckt, dass Karin wirklich überlegt hat, uns ein Paket nach Kolumbien nachschicken zu lassen. Da kam uns unsere Rückreiseroute sehr gelegen: diesmal kaufen wir auf Vorrat vor Ort ein… es werden insgesamt 14 Tafeln á 250 Gramm und einen extra Preisnachlass bekommen wir bei den Mengen natürlich auch. Das sollte erst einmal für die nächsten Wochen reichen und wir überlegen schon, ob wir später mal ein Import-Business nach Deutschland mit dieser tollen Schokolade anfangen sollen. Karin hat schon erste Marketing-Ideen.

Gestärkt fahren wir bis auf 4.850 Meter hoch an den Fuß des Vulkans Chimborozo, mit knapp 6.000 Meter, der höchste Berg Ecuadors. Im Gegensatz zu unserem Besuch des Cotopaxi vor 3 Monaten spielt das Wetter diesmal mit. Mehrmals sehen wir diesen mächtigen Berg fast wolkenfrei, obwohl wir ansonsten trotz Trockenzeit immer wieder Regen und Nebel in der Sierra haben. Gerade im Vergleich zu Kolumbien sehen wir in Ecuador’s Hochland viel mehr Menschen in lokaler Tracht und viele authentische Märkte, im Gegensatz dazu bieten die Städte, wie z. B. Riobamba, Alausi, Cuenca oder auch Loja viel weniger kolonialen Charme als in Kolumbien. Es ist immer wieder faszinierend die Unterschiede der jeweiligen Länder hautnah und im direkten Vergleich zu erleben.

Nachdem wir die „Nariz de Diabolo“ (die sogenannte „Teufelsnase“), ein tief eingeschnittenes Flusstal, wo eine alte Eisenbahn zweimal in Spitzkehren rangieren muss, um das enorme Gefälle auszugleichen, besucht haben, geht es weiter nach Cuenca. Regenwetter und Sonntagnachmittags-Stimmung lassen die Stadt eher trist für uns erscheinen. Am nächsten Morgen sind wir bei MAN und wollen Shujaa einen Ölwechsel gönnen – allerdings hat man dort nicht das entsprechende Euro 5 Motorenöl vorrätig, da in Ecuador nach wie vor Neufahrzeuge mit Euro 2 Norm verkauft werden. Insofern bekommt Shujaa nur ein paar neue Filter und der Diagnose-Fitness-Test attestiert ihm allerbeste Gesundheit. Den Ölwechsel werden wir dann wohl erst in Brasilien machen, wo unser Motor gefahren wird, da auch in Peru das entsprechende Öl bei MAN nicht vorrätig ist.

Auf dem Weg noch weiter gen Süden und damit gen peruanischer Grenze, fahren wir auf einer sehr schmalen Piste zum Podocampus Nationalpark. Mehrmals hoffen wir, dass wir durchkommen und nicht rückwärts die 8 km zur Hauptstraße wieder zurückfahren müssen – ein Wenden wäre unmöglich gewesen. Mit Ausnahme von ein paar hochzuhaltender Äste schaffen wir es. Die Wanderung „circuito de miradores“, auf bis zu 3.500 Meter, ist nicht minder anspruchsvoll, bei teilweise dichtem Nebel, extremen Wind und morastigen Steilstücken. Karin hält sich wacker, auch wenn der gebrochene Finger immer noch schmerzt und insbesondere bei den teilweise durch Seilen gesicherten Steilstücken hinderlich ist.

Nach soviel Fahrerei und Action brauchen wir etwas Ruhe: diese finden wir im Hotel Izhcayluma in Vilcabamba – geführt von zwei bayrischen Brüdern. Dort gibt es ein tolles Restaurant mit wunderschönem Ausblick auf die umliegenden Bergregionen, tolle Wanderwege und – für Karin besonders wichtig – vor allem Yoga. Zweimal am Tag gibt es ein durchaus anspruchsvolles und schönes Yogaangebot in einer wunderbaren Shala (ich lerne: die Yogahalle). Karin ist im Glück. Die nächsten 3 Tage entspannen wir mit Quad-Entdeckungstouren durch die Umgebung, Wanderungen und für Karin natürlich: Yoga. Die Zeit vergeht wie im Fluge und das Klima ist wirklich angenehm: nicht zu heiß, nicht zu kalt, keine Moskitos, hervorragendes Quellwasser. Da kann man verstehen, dass in Vilcabamba die weltweit höchste Konzentration von Menschen mit über 100 Jahren anzutreffen ist und sich hier immer mehr amerikanische Rentner niederlassen, um hier eine tolle Lebensqualität, bei verhältnismäßig geringen Lebenshaltungskosten, zu bekommen.

3 Kommentare

  1. Lieber Oliver, wenn Ihr in der nähe eines Yachthafen seit, könntest Du mal dort bei den Yacht-Docks, nach dem Euro5 Öl fragen. Moderne Schiffsmotoren (MAN, VOLVO PENTA, MERCURY, etc.) fahren auch schon mit Euro5 in der Welt umher.
    Grüße aus dem Allgäu
    Eva&Marc

    1. Vielen Dank, lieber Marc, Oliver hat Dir schon geantwortet.

  2. Welch ein cooler Yoga-Platz!!!!! Liebe Karin – das kann ich gut nachempfinden, dass Du Dich dort im 7. Yoga-Himmel gefühlt hast – welch eine Energie allein schon von den Bildern rüber kommt…

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