2019AfrikaLandschaftenSüdafrika

Die Gardenroute – das völlig „andere“ Afrika

Viele Overlander meiden diesen Teil von Südafrika: zu touristisch erschlossen, zu „entwickelt“ und zu wenig abenteuerlich. Wir haben sie dennoch eingeplant, weil auch dieser Teil zu Südafrika gehört, zu einer Weltreise sowieso und es ja auch durchaus einen Grund haben wird, wieso viele „Schöne und Reiche“ (nicht nur aus Südafrika) hier Immobilien haben oder sogar ihren Lebensmittelpunkt hierhin verlegen.

Um es vorwegzunehmen: alle Overlander-Vorurteile stimmen sicherlich, aber wir haben trotzdem eine tolle Zeit. Erstmals seit knapp sechs Monaten Afrika sind wir langsamer unterwegs als geplant und das will bei uns was heißen 😉. Außerdem schaue ich im Vorbeigehen, in die im Fenster hängenden Angebote von Immobilienmaklern… ein weiteres sicheres Zeichen, dass es uns hier sehr gut gefällt. Wir haben Glück, das wir in der Nebensaison unterwegs sind und sich daher der Tourismus in verträglichem Rahmen hält. Auch das Wetter spielt mit und der Frühling zeigt sich in seiner farbenfrohesten Blumenpracht.

Keiner weiß so genau wo die Gardenroute anfängt und wo sie aufhört. Wir starten im Osten kurz hinter Port Elisabeth („P. E.“) in Jeffrey’s Bay, besuchen die Höhepunkte des Gardenroute Nationalparks (Tsitsikamma, Nature’s Valley, Wilderness- und andere Sektionen) und machen beeindruckende Wanderungen entlang felsiger Steilküsten zu Wasserfällen und anderen tollen Naturhighlights. Die Bäume (insbesondere die Yellow-Woods) in diesen Kaltregenwäldern sind riesig und der umgebenden Dschungel mit seinen Farnen bildet ein undurchdringliches Dickicht. In Plettenberg Bay und in Knysna genießen wir „Lifestyle“ mit tollen Restaurants, Geschäften und chilligen Strandspaziergängen. Wir fahren in den Villengegenden spazieren und bestaunen die hübschen Häuser mit ihren perfekt angelegten Vorgärten und stalken in die Einrichtung. Mehrmals beeindrucken uns die Temperaturschwankungen um diese Jahreszeit (Frühling): haben wir im Schnitt zwischen angenehmen 20 und 25° C am Tag, hatten wir zweimal Tage mit Temperaturen von jeweils 35 bis 37° C. Schuld ist der sogenannte „Bergwind“, der vergleichbar mit dem  alpenländischen Föhn, für einen kurzzeitigen Temperatur-Booster ist. Wir besuchen Bekannte (eine Freundin von Karin aus ihrem Yogalehrgang in Indien und eine südafrikanische Reisbekanntschaft aus dem Hangwe N.P. in Zimbabwe) und erkunden – zur Abwechslung von der tollen Küste  – auch das Hinterland. Die sogenannte „Klein Karoo“ hat tolle Pässe (u. a. den landschaftlich sehr schönen Swartberg-Pass) und pittoreske Örtchen, wie Prince Albert mit alten kapholländischen Häusern, zu bieten. Hier ist alles sehr friedlich, die Haustüren stehen bis spät abends noch offen, und von den vielerorts, in Südafrika zu spürenden Spannungen, zwischen Weiß und Schwarz ist nichts zu merken. Auch hier gibt es schon verschiedene Weingüter, aber unsere Weinverkostungs-Höhepunkte kommen noch 😉.

Zurück an der Küste, bietet uns der De Hoop N.P. nicht nur tolle Aussichten auf das Meer und den nur noch hier anzutreffenden, seltenen Bontebocks sondern auch auf viele Wale. Hatten wir ja in Mozambique noch Pech und sahen nur wenige, gibt es sie hier in Massen. Wir sehen die Southern Right Wales mit ihren Babys in den seichten Gewässern umhertollen, bevor es in ein paar Monaten wieder in die Antarktis geht. Nachdem wir am Cap Aghulas, am südlichsten Punkt Afrikas angelangt sind, stehen in Hermanus wieder Wale im Vordergrund – und natürlich unser Treffen mit den netten Schweizer Overlandern Penny und Armin. Wir stehen schon länger mit ihnen in Kontakt und sie sind mit ihrem MAN die Afrika-Westroute hinuntergefahren…. Da sind wir natürlich neugierig und verbringen eine schöne Zeit mit ihnen.

2 Kommentare

  1. Wauuu, echt lässig schöne Fotos, ich wusste nicht das Südafrika sooo schön ist. Und dennoch so einfach zu bereisen ist.
    Aber eine ehrliche Frage, ist es auch für uns Europäer ungefährlich Abends in den Straßen zu gehen, essen oder einfach spazieren gehen ?
    Euch beiden noch eine schöne Zeit da. LG aus dem Süden Österreichs, Robert ;=)

    1. Hi Robert,
      ja, in der Tat, das war auch eine Überraschung für mich. Zu der Sicherheit: Ehrlich gesagt, das können wir nicht beantworten, weil wir generell abends vermeiden rumzufahren und rumzulaufen. Entweder wir stehen mit unserem Auto direkt am Restaurant und fallen danach ins Bett oder wir kochen zu Hause. Und wir haben es noch nie vermisst. Generell versuchen wir das so zu machen, nicht nur in Südafrika, aber hier sollte man sich in der Tat daran halten.
      Liebe Grüße Karin & Oliver

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.