2018LandschaftenPeruSüdamerika

Cordillera Blanca – Wandern im Hochgebirge zwischen 6.000ern

Über den Canyon de Pato (der sogenannten Entenschlucht mit über 30 in die Felsen gehauenen Tunneln, die aber für uns – insbesondere nach dem „Fahrertraining“ der letzten Wochen – gut zu befahren waren) sind wir von Norden kommend auf die Hochebene der Cordillera Blanca gefahren. Mit dem Huascaran mit 6.768 Meter besitzt die Cordillera Blanca nicht nur den höchsten Berg Perus, sondern mit über 30 Bergen, die höher als 6.000 Meter sind, gibt es hier die höchste Konzentration an 6.000ern in ganz Amerika. Überall gut sichtbar und nachdenklich stimmend ist, wie stark sich auch hier die Vergletscherungen überall zurückgezogen haben, trotzdem ist die Cordillera immer noch „blanca“.

Ausgehend von einem schönen Farm-Style Camping bei Caraz fahren wir mit Shujoo – unserem Quad – zu verschiedenen Tageswanderungen an der Laguna Peron bzw. Laguna 69. Dabei fahren wir auf kleinen Bergpisten bis auf ca. 4.000 Meter zum Ausgangspunkt der jeweiligen Wanderung und kämpfen uns ab da zu Fuß auf den Berg mit allen Herausforderungen der Höhenluft. Dafür werden wir mit traumhaften Bergpanoramen belohnt und das Wetter spielt auch mit – keine Selbstverständlichkeit für die Cordillera Blanca. Nur einmal geraten wir, nach der eigentlichen Wanderung, bei der Abfahrt mit Shujoo von der Laguna 69 in ein heftiges Unwetter: Zuerst Regen und dann extremer Sturm mit Sandverwehungen lassen die Sicht fasst auf null sinken und panieren uns regelrecht. Aber so uns genießen wir unsere anschließende heiße Dusche in Shujaa umso mehr. Und Karin schmeißt natürlich auch gleich die Waschmaschine an.

Nach 3 Tagen Caraz machen wir uns – diesmal mit Shujaa und gesamten Hausstand – auf die Ostseite der Cordillera auf, genießen erneut traumhafte Bergpanoramen, besuchen kleine Bergdörfer wie Chacas (wo wir noch traditionelle Handwerksproduktion von Holzschnitzereien und Mosaik-Gemälden sehen) und geben uns mal wieder etwas Kultur – will sagen „Steine“. Der Ruinenkomplex Chavin de Hunantar ist der älteste Steinkomplex Perus und wird auf 1.000 v. Chr. datiert, die Gesamtanlage umfasst zahlreiche Gebäude mit Plattformen und Innenhöfen. Chavin bedeutet „Zentrum“ und bezieht sich sowohl auf die Mitte zwischen Urwald und Küste, als auch auf die Mitte der Nord-Süd Ausrichtung der ehemaligen Chavin-Einflusssphäre. Obwohl wir ja bekanntlich nicht so die Freunde von „Steinen“ sind, beindruckt uns diese Anlage doch sehr: die Lage, die Größe und der spirituelle „Vibe“ machen eine ganz besondere Kombination aus. Die Fahrt von Chacas dorthin, war aber mal wieder „Peru Bergstraßen at its best“, aber darin sind wir ja mittlerweile geübt.

Umso mehr genießen wir die toll ausgebauten Straßen aus der Cordillera Blanca hinaus gen Süden, wo wir entspannt und zügig gen Lima rollen können. Dort wollen wir unseren mittlerweile eingeflogenen und durch den Zoll gebrachten zweiten Wechselrichter installieren lassen (als Ersatz für unseren nach unserer Rückkehr aus Deutschland kaputt gegangenen) und haben bei MAN das für Shujaa „richtige“ Motoröl vorbestellt, damit er diesmal seinen wohlverdienten Ölwechsel bekommen kann. Zudem wollen wir uns natürlich die Stadt anschauen.

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