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Vorbereitung2015Anschaffung

Anschaffung Expeditionsmobil

Bevor Shujaa im März 2015 in unseren Besitz kam, wurden auch bei uns umfängliche Überlegungen angestellt. Die anfängliche Idee einen Allrad-Sprinter mit entsprechendem Aufbau in die Auswahl mit einzubeziehen, wurde schnell wieder verworfen: zu wenig Nutzlast und Komfort (wir sind ja keine klassischen Camper und auch die 6,65 m Aufbaulänge auf unserem Dreiachser kamen uns zu Anfang sehr beengt vor). Damit verbunden auch zu wenig Autarkie für die von uns geplanten Reisen in sehr abgelegene Regionen. Schnell waren wir daher bei einem LKW Fahrgestell angelangt.

Nach Diskussionen mit den unterschiedlichsten Aufbauherstellern (u. a. Actionmobil, Unicat, Bliss) kristallisierten sich zwei wesentliche Fragestellungen heraus:

Zweiachser vs. Dreiachser

Aufgrund unseres Platz-/Komfortbedarfes sowie dem Wunsch ein Quad sowie Mountainbikes auf die Weltreise mitzunehmen, entschieden wir uns schlussendlich für einen Dreiachser – ein Zweiachser wäre sowohl hinsichtlich der Nutzlast-Reserven als auch beim hinteren Überhang-/Böschungswinkel im schweren Gelände an seine Grenzen gekommen.

Allerdings wollten wir einen möglichst kompakten Aufbau für einen Dreiachser – mit einer Aufbaulänge von 6,65 m und einem Radstand von 4,20 m sind wir hier am unteren Ende geblieben mit entsprechenden Vorteilen für Geländegängigkeit und Handlichkeit.

Auch von der von einigen Aufbauherstellern vorgeschlagenen abgesenkten Bodenplatte für die Quadgarage haben wir bei unserer Neuplanung wieder Abstand genommen, da wir keine Abstriche beim Böschungswinkel oder bei der Aufbau-Steifigkeit machen wollten. Stattdessen haben wir eine Innenhöhe von 2,10 Meter realisiert was auch ohne abgesenkte Bodenplatte in der Quadgarage zu einer ausreichenden Höhe über dem Heckbett führt und zudem ein sehr „luftiges“ Raumgefühl bedeutet – bei einer Größe von 1,96 m (Oliver) ein nicht zu unterschätzender Vorteil.

Euro 5 / Euro 6 Thematik und Neu- vs. Gebrauchtfahrzeug

Während unseres Auswahlprozesses im Jahre 2013/2014 wurde uns bewusst, dass neu zugelassene Fahrgestelle ab dem 1. Januar 2014 europaweit nur noch mit Euro 6 zugelassen werden dürfen – vermeintlich. Euro 6 verträgt jedoch ca. 50 x weniger Schwefel im Diesel und ist daher für Reisen in viele Entwicklungsländer gänzlich ungeeignet, so dass nur ein Euro 5 Fahrzeug in Frage kam.

Dies bedeutete in der Praxis entweder einen passendes, gut erhaltenes gebrauchtes Expeditionsmobil zu kaufen (was sich nach vielen Besichtigungen in ganz Deutschland als sehr schwierig herausstellte, da immer irgendetwas „nicht passte“) oder ein neues Euro 5 Fahrgestell bestellen und mit der in verschiedenen Bundesländern noch bis Ende 2014 erhältlichen Ausnahmeregelung noch schnell zulassen.

Wir entschieden uns für eine Doppelstrategie zur Verbreiterung unserer Optionen: Bestellung eines Euro 5 Fahrgestelles und parallel weitere Suche nach einem passenden, neuwertigen Gebrauchtfahrzeug.

Sollten wir letzteres nicht finden, wollten wir zu einem späteren Zeitpunkt einen neuen auf unsere Wünsche zugeschnittenen Aufbau auf unser Euro 5 Fahrgestell setzen – unterschriftsreife Verträge mit einem Aufbauhersteller lagen schon vor.

Zwei Wochen nach Auslieferung unseres neuen Euro 5 Fahrgestells passierte was passieren musste: Wir fanden unser gebrauchtes, neuwertiges Traum-Expeditionsmobil in Österreich: es hatte alle Features, die wir lange zuvor akribisch für uns definiert hatten (s. o.), war in einem perfekten Zustand, hervorragend verarbeitet und gerade mal 1 Jahr alt mit nur 35.000 Asphalt-km.

Schnell war eine Besichtigung vor Ort arrangiert (aufgrund unserer umfänglichen Vorarbeiten wussten wir sofort „das ist unser“), erzielten Einigkeit über den Kaufpreis, machten bei Toni Maurer noch einmal eine technische Durchsicht zur „Beruhigung des Gewissens“ und unterzeichneten den Kaufvertrag im Oktober 2014.

Außer dem Einbau eines Wäschetrockners, eines für unseren Quad maßgeschneiderten Befestigungs-/Auszugschienen-Systems und der Montage eines zweiten Reserverades mit Felge musste nichts verändert werden – alles passte perfekt, wie für uns neu gebaut.

Nun mussten wir beide nur noch schnell einen LKW Führerschein machen, was auch dank MAN-Profi Drive schnell gelang und die Vorfreude wuchs bis zur Abholung unseres Shujaa’s Ende März 2015 aus der Steiermark.

Die Fahrzeugübergabe war dann ein High-Light und die ganze Professionalität in der Verarbeitung und Konzeption des Fahrzeuges als auch des Vorbesitzers wurde uns nochmals bewusst. In der ersten Übernachtung vor Ort konnten wir nicht wirklich schlafen…. zu sehr waren wir mit der Verarbeitung der Eindrücke und der Dokumentation der ganzen Bedienungshinweise und Tipps beschäftigt.

12 Kommentare

  1. Hallo Karin,
    Hallo Oliver,
    ein Kompliment für euren Internetauftritt.
    Mit großem Interesse bin ich durch eure Seiten gewandert und eine Frage drängt sich mir die ganze Zeit auf:
    Wie habt ihr den Koffer innen aufgeteilt (Maße, Grundriss), welche Technik habt ihr verbaut, würdet ihr etwas ändern wollen, usw….?

    Ich freue mich auf eine Nachricht von euch.

    Mit den besten Grüßen aus der Südpfalz
    Chris

    1. Hallo Chris,

      vielen Dank für das Kompliment das hören wir gerne. Offenbar ist er so gut, dass ihn auch schon welche kopieren 😉

      Der Koffer entspricht dem Atacama von Actionmobil, den Du an sich gut auch auf deren Website erkennen kannst, denn einen Plan haben wir online nicht. Mit dem Grundriss sind wir super zufrieden, liegt aber vielleicht auch daran, dass wir ihn nun gewöhnt sind und deshalb. nichts anderes haben wollen. So ist das immer sehr subjektiv und für jeden anders. Wir brauchen z. B. den Durchgang, denn ich nutze fast nichts anderes. Ansonsten findest Du auch ein paar Masse bei uns auf der Website unter „Über uns“. Zur Technik … da gibt es Vieles. Welche speziellen Fragen hast Du?

      Und auch insgesamt würden wir nichts ändern wollen. Wir sind total happy und sagen oft, dass er nicht zu klein und nicht zu groß ist, dass er, für uns, nichts überflüssiges hat, dass er super aussieht mit den Proportionen. Was will man also mehr.

      Liebe Grüße
      Karin & Oliver

      1. Hallo ihr 2,
        vielen Dank für eure Antwort.
        Was mich besonders an der Technik interessiert, uiuiui, vieles 🙂
        – Fahr ihr Gaslos? In dem Zusammenhang , wie versorgt ihr euch mit Strom / welche Leistung haben die Batterien und wie lange könnt ihr Autark stehen? Welche großen Verbraucher hängen am Stromnetz?
        – Habt ihr eine Wasseraufbereitung an Bord? Wenn ja, wie aufgebaut und was für eine Durchflussmenge erreicht ihr?

        Dass sind die großen Fragen mit denen ich mich momentan bei meinem „Projekt“ mit beschäftige.
        Ich habe bei mir das Ziel mindestens 4 Wochen , gerne länger, autark stehen / fahren zu können.

        Grüße
        Chris

        1. Hi Chris,

          ich schreibe Dir per mail, sobald ich länger Zeit habe. Sind gerade auf der Straße.

          Liebe Grüße
          Karin

          1. Hi,
            super, vielen Dank im Voraus.

            Grüße und weiterhin gute Fahrt
            Chris

  2. Hallo Karin und Oliver, durch Zufall bin ich auf eure informative Seite zu Südamerika gestoßen.

    Es macht Freude, von euren Südamerika-Abenteuern auf eurer Internetseite zu lesen.

    Da wir uns auch für das Reisen in Südamerika interessieren, taucht bei Gesprächen mit anderen Weltenbummlern das Thema zum Fahrzeug auf.

    Ist es machbar, mit einem Euro 5 LKW unroblematisch Südamerika zu bereisen und was ist dabei zu beachten?

    Herzliche Grüße
    Klaus

    1. Hallo Klaus,

      wunderbar, wenn es Dir Spaß macht. Das freut uns.

      Es ist machbar, wenn Du kein AdBlue brauchst, denn das ist natürlich nur schwer oder selten zu bekommen. Wir haben außerhalb Europas den AdBlue Tank ausgeschaltet, somit sind wir darauf nicht angewiesen. Alles andere ist wie gehabt.

      Falls Du sonst noch Fragen hast – gerne, bitte dann spezifizieren, weil hinter Deiner generellen Frage ja viel stecken kann.

      Alles Liebe und allseits gute Reise.

      Liebe Grüße
      Karin und Oliver

      1. Hallo Familie Gorny,
        wir haben auch einen Euro 5 TGS und starten im Juli in Länder ohne AdBlue. Laut MAN kann unser MAN auch ganz ohne AdBlue fahren, da er schon ab Werk die Option „ohne Drehmomentreduzierung“ hatte. Wir haben es aber noch nicht ausprobiert.
        Könnt Ihr mir ein paar Infos zu dem Thema „AdBlue abschalten “ geben. Diese Option hat mir MAN bis dato noch nicht angeboten.

        Grüße und noch viel Spaß auf der Weiterfahrt.

        1. Hallo Peter,

          das bedarf ein wenig an Erklärung 😉 daher schreiben wir via E-Mail.

          Liebe Grüße
          Karin & Oliver

  3. Passei por voces em são Paulo e achei incrível a aventura de vocês.
    Gostaria muito de conhecer voces.
    E saber por onde voces estão.

    1. Olá José,
      que legal … estamos em Bonito agora.
      Saudações
      Karin e Oliver

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